Studienfreizeit nach Indien

Mit 26 Jungen Erwachsenen aus ganz Deutschland ging es im September los, um das faszinierende und kontrastreiche Land Indien gemeinsam zu entdecken. Durch die Projekte der EC-Indienhilfe für benachteiligte Kinder ist der Deutsche EC-Verband schon seit über 55 Jahren eng mit dem Land verbunden. Der indische Gruß „Namaste“ und die Ursprungsbedeutung „Ich seh Gott in Dir!“ war unser Motto, welches uns durch vier thematische Einheiten die 15 Tage begleitete.

Von Frankfurt ging der Flug nach Delhi. Dort startete die Freizeit mit der sogenannten, Triangle Tour (Delhi, Agra und Jaipur) im Norden des Landes. Auf dem Programm standen der Besuch der größten Moschee Indiens, ein Tempel der Sikhreligion, das Taj Mahal beim Sonnenaufgang und beeindruckende Burgen und Festungen vergangener Herrscher, so wie eine Rikschatour zum größten Gewürze-Markt Asiens. Neben den vielen beeindruckenden Bauten und Sehenswürdigkeiten begegneten wir aber auch den starken Kontrasten und schockierenden Ungerechtigkeiten des Landes. Auf der Busreise kam unverhofft ein kleiner Junge von 11 Jahren zu uns und sorgte mit seinen Illusionskünsten für eine tolle Unterhaltung. Wir fragten anschließend nach seiner Lebensgeschichte und erfuhren, dass er Angehöriger eines Ureinwohnerstammes und damit der benachteiligten Kastenschicht ist. Da er den ganzen Tag durch die Dörfer zieht, um mit seinen Künsten zum Verdienst seiner Familie beitragen muss, kann er nicht zur Schule gehen. An dieser Begegnung wurde uns deutlich, wie relevant die Projektarbeit der EC-Indienhilfe für das Leben von Mädchen und Jungen sein kann, die sonst keine Zukunftsperspektive haben.

Mit dem Flieger ging es dann in den Süden Indiens. Dort besuchten wir das Büro der Indienhilfe in Bangalore und genossen die  Gemeinschaft mit den Mitarbeitern der EC-Indienhilfe, beim gemeinsamen „indisch kochen“ und der Tischgemeinschaft. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zu zwei EC-Indienhilfeprojekten (Studentenprojekt in Trichy und Kinderprojekt in Serapattu), wo wir mit den Studenten und Kids Cricket spielen lernten und eine Hiketour durch die unberührte Bergwelt erlebten. Ein Höhepunkt der Projektebesuche war der „Homestay“ bei den Studierenden, bei dem sie uns jeweils zu zweit bzw. zu dritt in ihre Dörfer nach Hause mitnahmen. Die Begegnung mit dem Dorfleben gab uns einen wertvollen Einblick in die Lebenswelt und den Alltag der Familien, die von der EC-Indienhilfe durch Patenschaftsprojekte unterstützt werden.

Als letzte Station standen drei Tage Strand in der Nähe von Chennai auf dem Programm. Wohltuende Gemeinschaft am Strand, Werkstattgottesdienst am Meer und Zeit zum Reflektieren ermöglichten uns, die vielen Eindrücke und Erlebnisse einzusortieren. Der indische Gruß „Namaste – Ich seh’ Gott in Dir“ hat uns geholfen, unseren Blick auf uns selbst, auf Gott und den Nächsten durch die verschiedenen Begegnungen und Erlebnisse herausfordern und verändern zu lassen.

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